
Stahlindustrie · Model TP · Baugröße TP32
HODD statt AODD — Filterpressenbeschickung im Stahlwerk
Ein Stahlhersteller beschickte die Membranfilterpresse seiner Verzinnungsanlage mit einer druckluftbetriebenen Membranpumpe (AODD). Wiederkehrende Membranbrüche zwangen dazu, dauerhaft eine komplette Ersatzpumpe im Lager vorzuhalten.
Kunde
Stahlhersteller, Deutschland
Eingesetzte Baureihe
Model TP · Baugröße TP32
0
Membranbrüche seit der Umstellung
0
ungeplante Stillstände seit der Inbetriebnahme
1
Pumpe statt Pumpe plus Ersatzgerät im Lager
Technische Eckdaten
- Branche
- Stahlindustrie
- Anlage
- Membranfilterpresse, Verzinnungsanlage
- Prozessschritt
- Filterpressenbeschickung
- Medium
- Zinnschlamm
- Temperatur
- 30 °C
- pH-Wert
- 3 – 8, HCl- und zinkhaltig
- Betriebsweise
- Schichtbetrieb 24/7, Pressungen nach Bedarf
- Werkstoffe
- Gehäuse PP, Membran PE, Dichtungen FPM
- Verschraubung
- Edelstahl, Gestell pulverbeschichtet
- Zuvor im Einsatz
- Druckluftmembranpumpe (AODD)
- Umsetzung
- 2026
Ausgangslage
In der Verzinnungsanlage eines deutschen Stahlherstellers beschickt eine Pumpe die Membranfilterpresse mit Zinnschlamm. Die Anlage läuft im Schichtbetrieb rund um die Uhr, gepresst wird nach Bedarf. Das Medium ist mit einem pH-Wert zwischen 3 und 8 sowie HCl- und Zinkanteilen chemisch anspruchsvoll.
Diese Aufgabe übernahm zuvor eine druckluftbetriebene Doppelmembranpumpe. Das Kernproblem waren regelmäßige Membranbrüche. Jeder Bruch bedeutete einen ungeplanten Stillstand, und weil er sich nicht vorhersagen ließ, lag dauerhaft eine komplette Ersatzpumpe im Lager — gebundenes Kapital ohne Nutzen.
Dazu kamen zwei Nachteile des Druckluftantriebs: eine lange Füllzeit der Presse und ein hoher Druckluftverbrauch. Druckluftbetrieb ist eine der teuersten Antriebsformen für Pumpen — nicht nur, weil die Druckluft zunächst aufwendig erzeugt werden muss und zwischen Kompressor und Verbraucher ein erheblicher Teil der eingesetzten Energie verloren geht, sondern auch, weil die Pumpen erhebliche Mengen davon verbrauchen.
Lösung
Eingesetzt wird seither eine Model TP in der Baugröße TP32, ergänzt um eine Mengenregulierung. Die Membran wird hydraulisch geführt statt von einem Luftpolster getrieben — sie arbeitet damit unter definierten Bedingungen statt gegen die Druckschwankungen eines Druckluftnetzes. Die Bewegung bleibt jederzeit sanft und kontrolliert, was sich unmittelbar auf die Standzeit der Membran auswirkt.
Die Ausführung ist auf die Umgebung abgestimmt: Gehäuse aus Polypropylen, Membranen aus Polyethylen, Dichtungen aus FPM und Verschraubungen aus Edelstahl. Die metallischen Bauteile sind durchgehend hochwertig ausgeführt, das Gestell ist pulverbeschichtet — in der korrosiven Atmosphäre eines Stahlwerks kein Nebenschauplatz.
Bei der Einbindung waren der knappe Platz und die Zugänglichkeit die eigentlichen Randbedingungen. Die Inbetriebnahme hat HODD begleitet, einschließlich Schulung vor Ort.
Der Einstieg erfolgte bewusst konservativ: Zunächst lief die Pumpe bis 8 bar, also analog zur vorherigen Druckluftpumpe. Erst danach wurde der Druck angehoben, um den Pressvorgang zu optimieren — eine Möglichkeit, die der Druckluftantrieb nicht bot.
Ergebnis
Seit der Inbetriebnahme sind keine Membranbrüche mehr aufgetreten und die Anlage lief ohne ungeplanten Stillstand. Damit entfällt auch die Ersatzpumpe im Lager. Ein Wechsel von Verschleißteilen war bislang nicht erforderlich.
Nach Angaben des Betreibers hat sich die Zykluszeit verkürzt, und der Filterkuchen fällt bei gleichbleibender Qualität trockener aus. Der Antrieb bezieht seine Energie jetzt direkt elektrisch statt über das Druckluftnetz, und die Standzeit der Membranen liegt über der der Vorgängerlösung.
Ein Hinweis zur Einordnung: Zu Zykluszeit, Restfeuchte und Energieverbrauch liegen keine gemessenen Vorher-Nachher-Werte vor — der Betriebspunkt ändert sich mit jeder Pressung. Die Aussagen geben die Einschätzung des Betreibers wieder. Die Umstellung erfolgte 2026; Aussagen zur Standzeit beziehen sich auf den Zeitraum seit der Inbetriebnahme.
Aus dem Projekt
Aus der Praxis
Success Stories
Kontakt
Gerne beraten wir Sie persönlich — senden Sie Ihre Anfrage einfach über das Formular. Für eine belastbare Auslegung helfen uns Angaben zu Medium, Feststoffanteil, Fördermenge und Druckbedarf.




