
Galvanik · Model FP
Getauscht, obwohl nichts kaputt war
Die vorhandene Pumpe lief. Der Betreiber ersetzte sie trotzdem — weil eine Pumpe aus Gusseisen in einer Anlage, die sonst durchgehend aus Kunststoff besteht, ein Fremdkörper bleibt.
Kunde
Galvanikbetrieb, Automotive-Zulieferung, Deutschland
Eingesetzte Baureihe
Model FP
5,5 → 3 kW
installierte Antriebsleistung
0
vorsorgliche Bauteilwechsel
PP
Gehäusewerkstoff statt Gusseisen
Technische Eckdaten
- Branche
- Galvanik, Automotive-Zulieferung
- Anlage
- Kammerfilterpresse
- Prozessschritt
- Filterpressenbeschickung
- Medium
- Galvanikschlamm, zeitweise Salzsäure
- pH-Wert
- sauer bis neutral
- Temperatur
- 30 °C
- Betriebsweise
- Schichtbetrieb
- Werkstoffe
- Gehäuse PP, Membran PE
- Antriebsleistung
- 3 kW statt zuvor 5,5 kW
- Zuvor im Einsatz
- Prozesspumpe aus Gusseisen
- Umsetzung
- 2026
Ausgangslage
Dieser Bericht beginnt anders als die übrigen: Es gab keinen Schaden, keinen Ausfall und keinen Engpass. Die eingesetzte Pumpe tat, was sie sollte. Der Betreiber hat sie ersetzt, weil er die Kunststofflösung für die bessere hielt.
Der Grund liegt im Werkstoffkonzept der Anlage. Rohrleitungen, Behälter und die Filterpresse selbst bestehen aus Kunststoff — nur die Pumpe war aus Gusseisen. In einer solchen Umgebung bleibt ein metallisches Bauteil das schwächste Glied der Kette.
Das Medium ist Schlamm aus der Galvanik, im Normalbetrieb sauer bis neutral. Entscheidend ist aber, was gelegentlich dazukommt: Zum Entfernen von Ablagerungen wird Salzsäure eingesetzt. Auf solche Zwischenfälle ist eine metallische Pumpe nicht ausgelegt, auch wenn der pH-Wert im Datenblatt unauffällig aussieht.
Dazu kam ein wirtschaftlicher Punkt. Beim vorherigen Konzept kam der Lieferant turnusmäßig und tauschte Bauteile vorbeugend — unabhängig davon, ob sie verschlissen waren.
Lösung
Eingesetzt wird eine Model FP mit Gehäuse aus Polypropylen und Membranen aus Polyethylen. Damit fügt sich die Pumpe in das Werkstoffkonzept der Anlage ein, statt es zu durchbrechen.
Je nach Medium sind die medienberührten Bauteile auch in PE oder PVDF ausführbar, und der Membranwerkstoff lässt sich auf das Fördermedium abstimmen. Die Pumpe ist damit nicht nur auf den heutigen Prozess ausgelegt, sondern hat Reserve für wechselnde Medien oder spätere Prozessänderungen.
Bei der Einbindung zeigte sich ein praktischer Nebeneffekt: Die Pumpe baut bei gleicher Leistung kompakter als die Vorgängerin und bietet zusätzlich Reserve für eine höhere Fördermenge. Die installierte Antriebsleistung sank von 5,5 kW auf 3 kW.
Zur Wartung gibt es eine klare Vereinbarung: Bauteile werden ausgetauscht, wenn sie verschlissen sind — nicht vorsorglich nach Kalender. Die Arbeiten kann der Betreiber selbst ausführen. Die Inbetriebnahme hat HODD begleitet.
Ergebnis
Zykluszeit und Restfeuchte sind unverändert. Das war auch nicht das Ziel — der bisherige Prozess funktionierte.
Gewonnen hat der Betreiber an anderer Stelle: ein durchgängiges Werkstoffkonzept ohne metallisches Bauteil im Medienpfad, eine niedrigere installierte Antriebsleistung, Platzreserve und Förderreserve, und ein Wartungsmodell ohne vorsorgliche Wechsel. Ein Verschleißteil musste bislang nicht getauscht werden.
Ein Hinweis zur Einordnung: Der Energieverbrauch wurde nicht gemessen. Die kleinere installierte Antriebsleistung ist ein Indiz, kein Messwert — was die Pumpe im Betrieb tatsächlich aufnimmt, hängt vom Betriebspunkt ab. Die Umstellung erfolgte 2026; Aussagen zur Standzeit beziehen sich auf den Zeitraum seit der Inbetriebnahme.
Aus dem Projekt
Aus der Praxis
Success Stories
Kontakt
Gerne beraten wir Sie persönlich — senden Sie Ihre Anfrage einfach über das Formular. Für eine belastbare Auslegung helfen uns Angaben zu Medium, Feststoffanteil, Fördermenge und Druckbedarf.



